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Langer kritisiert Regelhüter in St. Andrews

Von Thomas Walz

Das wichtigste Golfturnier steht an – zumindest für Europäer. Auf den Grüns von St. Andrews steigt ab Donnerstag “The Open”. Dank seines Sieges bei den Seniors Open 2014 wieder dabei: Bernhard Langer.

Deutschlands Golf-Idol wurde 1981 und 1984 jeweils Zweiter bei den British Open. Knapp zwei Wochen vor der 144. Ausgabe entspannte er noch mal mit seiner Familie im Costa Navarino Resort in Gialova/Griechenland. Dort traf ihn SPORT1 zum exklusiven Interview.

SPORT1: Sie kommen gerade vom “The Dunes Course”, den Sie selbst entworfen haben. Wie oft haben sie hier schon gespielt?

Bernhard Langer: Zum ersten Mal. Ich bin begeistert. Ein ganz toller Golfplatz. Er ist genauso geworden, wie ich es mir vorgestellt habe. Der Platz ist anspruchsvoll und landschaftlich ein Traum. Er ist sehr gut bespielbar für jeden Golfer – ob Beginner oder bereits exzellenter Golfer. Es sollte kein Meisterschaftsplatz nur für die sehr guten Spieler werden. Er sollte für alle sein, da hier sehr viele Urlauber herkommen. Ich glaube, mir ist das sehr gut gelungen.

SPORT1: Nun geht’s nach St. Andrews. Spielen Sie zurzeit Ihr bestes Golf der Karriere?

Langer: Von der Konstanz her war es letztes Jahr verdammt gut. Da habe ich fünf Turniere auf der Champions-Tour gewonnen. Dazu noch einige Top-3- und Top-5-Ergebnisse. Ich habe die Rangliste auf der Champions-Tour von sieben Jahren sechs Mal angeführt. Einmal war ich verletzt, da wurde ich am Daumen operiert.

SPORT1: Was bedeutet für Sie St. Andrews? Wird es vielleicht Ihre letzte Open sein oder wollen Sie noch ausgewählte PGA-Turniere mitspielen?

Langer: Natürlich werde ich das Masters noch ein paar Jahre mitspielen. Wenn ich bei der Open Championship in Zukunft dabei bin, dann ist das wunderbar.

SPORT1: Wie lange wollen Sie noch den Stress auf Turnieren wie der Champions-Tour antun? Sie sind ein sehr familiärer Mensch.

Langer: Im Moment macht’s noch Spaß, ich bin relativ gesund. Das wird hoffentlich noch zehn Jahre oder länger dauern.

SPORT1: Sie benutzen den BroomstickPutter. 2016 soll dieser nicht mehr erlaubt sein. Was ist Ihre Meinung dazu?

Langer: Ich bin nicht begeistert davon und verstehe die Entscheidung nicht. Wenn es wirklich leichter wäre, mit einem langen Putter oder mit einem verankerten Griff zu putten, würden es alle machen, aber nur zwischen 12 und 14 Prozent benutzen ihn. Das war ein Mann, Peter Dawson vom Royal and Ancient Golf Club of St. Andrews, dem es wohl nicht gepasst hat, dass Keegan Bradley die US Open mit einem verankerten, langen Putter gewonnen hat.

Für mich ist der Broomstick-Putter kein Vorteil. Aber ich muss mich ab Januar natürlich nach den neuen Regeln richten. Ich überlege, schon vorher wieder so zu putten, wie ich es ja früher auch gemacht habe. Ich habe 1993 die Masters mit diesem Griff gewonnen und sieben Jahre erfolgreich so geputtet.

SPORT1: Mittlerweile sind wieder mehr deutsche Profis auf der European Tour unterwegs. Beobachten sie die Entwicklung und wie schätzen sie den Nachwuchs ein?

Langer: Ich finde es große Klasse, dass wir Nachwuchs haben. Wir haben mit Max Kiefer und einigen Anderen Talente, die in den nächsten Jahren die deutsche Flagge auf großen Turnieren ganz hoch halten werden.

SPORT1: Was sollte, wenn Sie es sich wünschen könnten, Ihr Vermächtnis sein?

Langer:  Ein großartiger Ehemann zu sein, dazu ein guter Vater, das ist weit wichtiger als alles, was ich im Golf erreicht habe. Das ist weit mehr, als ich mir je zu erträumen wagte. Aber ich versuche, als ein guter Mensch in Erinnerung zu bleiben – und als ein nicht zu schlechter Golfer.

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